Jahresbericht 2006
Liebe Aktivmitglieder, geschätzte Passivmitglieder, werte Anwesende
Kurz vor der letzten Hauptversammlung der Jungliberalen Langenthal und Umgebung hatten die Grossratswahlen 2006 stattgefunden. An diesen Wahlen hatten wir unter dem Listen-Namen Jungliberale Langete-Emme-Aare teilgenommen und angesichts der Tatsache, dass die Strukturen unserer lokalen Partei im Prinzip für den neu geschaffenen grossen Wahlkreis nur bedingt geeignet waren, auch ein beachtliches Resultat erzielt. Der Preis dafür war aber hoch, ich habe es vor einem Jahr bereits gesagt: Durch den Grossratswahlkampf waren wir auf der kommunalen Ebene, also in Langenthal, in den ersten Monaten des Jahres 2006 nicht sehr aktiv. Ich habe vor einem Jahr auch gesagt, dass sich dies wieder ändern werde, und ich kann heute feststellen, es hat sich geändert.
Vorab möchte ich an dieser Stelle betonen, dass die Jungliberalen Langenthal und Umgebung im Jahr 2006 den wahrscheinlich grössten Erfolg in ihrer Geschichte verbuchen konnten: Erstmals nahm ein Mitglied unserer Partei Einsitz im Gemeinderat. Christine Bobst hatte 2004 auf der gemeinsamen FDP/jll-Liste für die Stadtregierung kandidiert und den ausgezeichneten ersten Ersatzplatz erreicht. Nach der Wahl des Langenthaler Stadtpräsidenten Hans-Jürg Käser in den bernischen Regierungsrat – ebenfalls bei den kantonalen Wahlen kurz vor unserer letzten HV – galt es nun, einen neuen Stadtpräsidenten oder eine neue Stadtpräsidentin zu wählen. In dieser Ausmarchung erreichte der gemeinsame bürgerliche Kandidat Thomas Rufener von der SVP bereits im ersten Wahlgang das absolute Mehr und wurde zum neuen Stadtpräsidenten gewählt. Somit fehlte in der Stadtregierung ein FDP-Vertreter. Dies hatte zur Folge, dass Christine Bobst als erster Ersatz auf der FDP/jll-Liste in den Gemeinderat nachrutschen konnte. Christine Bobst hat ihr Amt am 1. Januar 2007 angetreten, und wir freuen uns sehr, dass die Jungliberalen seither erstmals in ihrer Geschichte im Gemeinderat vertreten sind. Das neue Amt bedeutet für Christine in erster Linie Arbeit – zwar meist spannende, interessante und bereichernde Arbeit, aber eben sehr viel Arbeit. Wir wissen es zu schätzen, dass Christine Bobst sich für das Gemeinderatsamt entschieden hat und wollen sie so gut es geht unterstützen – die Aktenberge muss sie aber natürlich selber lesen. Ich richte auch einen Appell an die FDP und bitte sie, Christine ebenfalls nach Kräften zu unterstützen. Gemeinsam, da bin ich überzeugt, werden wir unsere beiden Sitze im Gemeinderat bei den nächsten Wahlen verteidigen.
Damit will ich zwar nicht vorgreifen, die Gemeindewahlen finden erst 2008 statt. Und doch beginnt für uns bereits die Suche nach Kandidatinnen und Kandidaten für die Stadtratsliste. Ich bin guten Mutes, dass wir eine volle vorkumulierte Liste aufstellen können. Die Jungliberalen waren in der zweiten Hälfte 2006 und auch in den ersten vier Monaten dieses Jahres in der lokalen Politik präsent. Eine wichtige Abstimmung haben wir gemeinsam mit der FDP geschlagen und zwar zahlenmässig überraschend deutlich verloren. Ich meine die Abstimmung über das Budget 2007, bei der wir eine markante Steuersenkung verlangt haben. Ich persönlich möchte dazu betonen, dass ich Steuersenkungen gegenüber grundsätzlich durchaus nicht immer positiv eingestellt bin. Wenn aber die Voraussetzungen gegeben sind, ist eine Steuersenkung richtig, wichtig und logisch. Wir waren der Meinung, in Langenthal wären die Voraussetzungen nach dem Verkauf der onyx-Aktien gegeben gewesen. Das Volk sah es anders. Und trotzdem haben wir auch gewonnen. Durch den Abstimmungskampf und die konsequente Haltung von FDP und jll hat nämlich im Gemeinderat ein Umdenken bezüglich Kommunikation und Entscheidfindung stattgefunden. Man sitzt nun wieder am gleichen Tisch und diskutiert über die zukünftige Finanzstrategie. Insofern hat sich das Engagement in der Abstimmung gelohnt.
Durch das Nachrutschen von Christine Bobst wurde wiederum ein jll-Stadtratssitz frei. Auf dem ersten Ersatzplatz stand Patric Oppong, und auch er hat die Gelegenheit wahrgenommen, ist richtig in die Politik eingestiegen und sitzt nun mit Mirko Hegi für unsere Partei im Stadtrat. Wir gratulieren auch Patric Oppong herzlich, er verfolgt die Debatten im Jahr 2007 bereits von der erhöhten Bühne aus, weil er als Stimmenzähler amtet.
Unsere Stadträte waren im vergangenen Jahr aktiv und haben mehrere Vorstösse eingereicht. Dabei haben sie Anliegen aufgenommen, die wir an unserem von Richard Bobst moderierten Themenabend im Juni 2006 ausgeheckt hatten. Leider waren wir auch dort nur teilweise erfolgreich. So traf unsere Idee eines kabellosen Internet-Zugangs an verschiedenen Orten in Langenthal, so z.B. vor dem Choufhüsi, bei den anderen Fraktionen auf wenig Gegenliebe. Mirko Hegi musste das entsprechende Postulat leider zurückziehen. In diesem Zusammenhang möchte ich einmal festhalten, dass der Langenthaler Gemeinderat bei der Beantwortung von Postulaten eine eigenartige Praxis verfolgt. Mit einem Postulat soll er nämlich eingeladen werden, einen Vorschlag zu prüfen. Dies macht er jedoch häufig schon vor der Behandlung des Vorstosses im Stadtrat, gerade in unserem Fall recht oberflächlich, um dann dem Parlament bereits begründet beantragen zu können, weshalb man das Postulat erheblich erklären solle oder nicht. In dieser Hinsicht wünschen sich die jll vom Gemeinderat den stärkeren Willen, auf ein gestelltes Thema vertiefter einzugehen. Auch in diesem Fall hatte das Ganze aber etwas Gutes, der kabellose Internet-Zugang fällt nämlich ins Ressort unserer Gemeinderätin Christine Bobst, und diese hat das Thema nach Anfragen von privaten Firmen nicht ganz ad acta gelegt. Ebenfalls zuständig ist Christine Bobst nun für ein von ihr noch als Stadträtin eingereichtes Postulat mit dem Namen Bellangenthal, welches sich vorab mit den Themen Littering und Gewalt im öffentlichen Raum befasst. Zu diesen Themen werden wir in nächster Zeit sicher noch Einiges von Christine hören.
Nebst dem erwähnten Brainstorming-Abend für die Suche nach neuen Themen haben wir im vergangenen Jahr drei Stämme durchgeführt, nämlich einen sehr spannenden Abend im Rosengarten der Mühle mit Thomas Rufener vor den Stapi-Wahlen, einen Bowling-Stamm im Bösiger-Center und einen Chlous-Stamm mit Raclette-Essen. Das Fazit dieser Anlässe war wiederum: Stimmung sehr gut, Beteiligung mässig. Eine super Sache war auch dieses Jahr der jll-Wassertag bei Philippe Giesser am Thunersee, hier war die Beteiligung ideal und die Stimmung tiptop. Wir flitzten mit Wasserskis und Wakeboards über das Wasser und wurden am Abend auch kulinarisch verwöhnt An dieser Stelle auch Phippu nochmals ein Merci für den herrlichen Tag.
Im August führten wir ausserdem wie jedes Jahr die Delegiertenversammlung der jfbe in Langenthal mit anschliessender Pool-Party durch.
Zum Schluss möchte ich dem Vorstand danken für sein Engagement und seine Motivation. Mit dem Einsatz und den Präsenz an den Vorstandssitzungen war ich im vergangenen Jahr sehr zufrieden.
Ebenfalls danken möchte ich der FDP Langenthal, speziell dem Präsidenten Ruedi Lanz, der uns tatkräftig unterstützt und mit dem die Zusammenarbeit sehr angenehm ist.
Merci für die Aufmerksamkeit.
Der Präsident: Pascal Dietrich
